Letztes Feedback

Meta





 

Samaan - ein Saeulenheiliger

Wir verliessen das vornehm-aeltliche Hotel Baron irgendwie im Durcheinander, weil der Besitzer unbedingt unsere Dollars wollte, wir aber nicht so freigiebig waren. Dann fuhren wir mit Imri, einem ca. 28jaehrigen indien-Kanadier nach Qalat Samaan ca. 80 km noerdlich. Das christliche Kloster wurde als Wallfahrtsort im 4-6. Jahrhundert zum Andenken an den hl. Simeon errichtet und liegt auf einer Anhoehe ueber dem gruenen, idyllischen Afrin-Tal mit grandiosem Ausblick. 4 Basiliken gruppieren sich um ein Oktogon, in dessen Mitte die 18m hohe Saeule stand, auf der Simeon lebte und predigte. Es kaman soviel Leute zum Taufen, dass dort ein "Walk-through" Taufbecken ist. Wir waren sehr angetan von diesem Platz, landschaftlich war das bisher der Hoehepunkt.

20 km weiter befanden wir uns in Tell Ain Dara, wo "middle in fucking nowhere" auf einem Huegel unendlich viele - 100? - kleine und riesige, flache und ausgeformte, gefluegelte und ungefluegelte Loewen zu einem beeindruckenden Tempel zusammengefuegt waren. C.a 1000 B.C. hatten die Architekten mit dem weissen Kalkstein eine schwarz-weiss-Optik ausgefeilt.Es wird irgendwie klar, dass hier unter jedem, jedem Huegel mit groesster Wahrschinlichkeit ein Tempel oder eine Kirche oder eine Burg liegt, dass jeder Stein, an den unser Fuss stoesst vielen Herren gedient hat.

Die ganze Gegend heisst "tote  Staedte" und das ist wahrscheinlich sehr richtig. die Lebenden hier ernaehren sich von einer ueppigen Landwirtschaft: Obst- Gemuese-, Getreideanbau.

Die dritte Station war Muschabak, eine Basilika ca. 4 Jahrhundert, noch immer sehr viel besser erhalten als die Koelner U-Bahn!!!

Der Taxifahrer brachte uns dann zum Bahnhof Aleppo, wo wir frohgemut zwischen Hunderten von schiebenden, schreienden, draengelnden Menschen untergingen, hin- und hergeschubst wurden. WIr verlangten zwei Fahrkarten alyaum (heute) was dort wohl niemand tut, man kauft die Karten einen Tag vorher. Dafuer muessen die  Paesse registriert werden (zum 8 mal wird kontrolliert, wo wir waren)Schubs hin, Schubs her, Schubs in den Zug - aber immer noch ohne Fahrkarte und ohne Reservierung. Nette Leute traten uns ihre Plaetze ab, die 4 stuendige Fahrt ueber die hoehn Berge und weiten Taeler kostete weniger als 4 Euro zusammen (incl. Tipp). Es war 8h als wir aus dem vollen Zug am stockdunklen Bahnhof in Lattakia austiegen.

Nach einem einstuendigen Fussmarsch einschliesslich Volksbefragung fanden wir ein Hotel, billig und gut im Zentrum.

 

2.4.10 21:34

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen